Hemden

Der stationäre Handel atmet regelmäßig auf, wenn die Botschaften des bald gesättigten ECommerce Marktes die Runde machen. Dr. Gerold Doplbauer veröffentlicht in einem White Paper Ergebnisse der GfK die bereits eine Sättigung des ECommerce Marktes erkennbar machen und eine zukünftige natürliche Grenze des Online-Umsatzes aufzeigen.

Ein Aspekt wird allerdings in dieser Betrachtung vernachlässigt und das ist die zukünftige Konkurrenz für den stationären Einzelhandel durch ehemalige große Online Pure Player direkt vor Ort.

Denn wenn der ECommerce Markt gesättigt ist und nach weiteren Wachstumsmöglichkeiten gesucht wird liegt eine Ausweitung der Vertriebskanäle in stationäre Filialen auf der Hand.

ECommerce Unternehmen sind in ERP, Logistik, Marketing und Reichweite perfekt aufgestellt haben die notwendige Marktbekanntheit und das Know-how bei gleichzeitig geringen Personalkosten und können viel schneller und höchst effizient stationäre Filialen eröffnen, als es den stationären Einzelhändlern auf der anderen Seite möglich ist, online Fuß zu fassen. Zalando und Amazon sammeln bereits erste Erfahrung mit stationären Geschäften und lassen die Bedrohung ganz real werden.

Der viel gelobte USP des stationären Handels nämlich die Beratungskompetenz, die Tangibilität der Ware, das „Erlebnis“ Einkaufen und die sofortige Verfügbarkeit, werden zukünftig nicht ausreichen, um am Markt zu überleben. Vielmehr werden nur die Händler die an Schnelligkeit, Reaktionsfähigkeit und Effizienz überlegen sind, das Rennen machen.

Das Beispiel shoepassion.de

Der Onliner hat bereits in den großen deutschen Metropolen in bester Lage kleine Geschäfte eröffnet.

Bei meinem Besuch im Shoepassion Store in Hamburg war ich von dem Einkaufserlebnis geradezu begeistert. In einem kleinen, schicken Laden in bester Lage, lässt man sich in einem bequemen Chesterfield nieder. Ein sehr kompetenter Verkäufer bringt einen Musterschuh „Just for Size“ erklärt die besondere Verarbeitung der Schuhe und ruft nebenbei bei Bedarf die Kundendaten über bisherige Bestellungen online ab. Dass der gewünschte Schuh nicht vorrätig war, war an dieser Stelle auch kein Problem, denn der wurde in der passenden Ausführung nach umfassender Beratung gleich nach Hause gesendet.

Die Gefahr für den stationären Einzelhandel ist also nicht, dass wir das Shoppen in Einkaufszonen verlernen, sondern die, dass die Online Geschäfte schnell und höchsteffizient mit Zunahme der Online-Marktsättigung im stationären Geschäft Fuß fassen und in kleinen Stores Einkaufserlebnis, Beratungskompetenz und Lifestyle mit der Immer- und Überallverfügbarkeit des Onlinehandels verknüpfen.